Warum tandaradeii?

Ja, warum der Titel „tandaradeii“ für meinen Blog? Was bedeutet das eigentlich? Und was hat das mit mir und mit dem Thema Selbermachen zu tun?

Zunächst einmal zur Bedeutung: tandaradei ist eine mittelhochdeutsches Wort mit verschiedenen Bedeutungen. Sehr prominent kommt es vor im Gedicht „Unter den Linden“ von Walther von der Vogelweide, das das wohl bekannteste mittelalterliche Liebesgedicht ist und doch auch einigen Nicht-Mittelalterfans geläufig. Da heißt es zum Beispiel

Er hatte mit sehr viel Liebe
ein Bett aus Blumen gebaut,
erst wurde (nur) gelacht, sehr verliebt…
käme jemand an diesen Pfad,
könnte er wohl an den Rosen merken,
Tandaradei!
was wir getrieben haben.

Das ganze Gedicht in mittelhochdeutscher Sprache und aktueller Übersetzung findet ihr übrigens hier.

Zu den weiteren Bedeutungen:

tan|da|ra|dei! (Ausdruck der Begeisterung; ironisch Ausdruck des Verdrusses; Anspielung auf sexuelle Tätigkeit; gesangliche Interjektion; Hinweis auf die Farbe rot; Aufforderung zu Aufmerksamkeit; verzichtbarer Luxus) das ist ja tandaradei! (das ist wirklich großartig!); tandaradei und tûsent stunt? (wie lange hat er dich geküsst?); dein Mund ist aber mal wieder sehr tandaradei! (dein Mund ist sehr rot / du hast also eine Kussorgie hinter dir); jetzt singen wir tandaradei! wie die schöne Nachtigall (jetzt singen wir besonders schön); tandaradei! – das wär‘ jetzt schön! (jetzt einen Mann in meinen Armen, ach, wie wäre das schön!); also dann: tandaradei! (also, ich wünsche dabei viel vergnügen!); tandaradei! (Höret her, Leute!); im politischen Raum gelten die Künste als Tandaradei (als verzichtbarer Luxus).

Quelle: http://kprojekte.bplaced.net/tandaradei/bedeutung.html

Insgesamt bedeutet tandaradei für mich das Schöne im Leben. Dazu gehört neben der Liebe eben auch „der schöne Tand“, schöne Dinge, die vielleicht nicht immer einen direkten Nutzen haben, aber eben schön sind. Man könnte meinen, dass viele DIY-Projekte und Selbstgemachtes auch in die Kategorie „verzichtbarer Luxus“ fielen. Für mich sind sie aber ebendies – also verzichtbar – nicht! Aber natürlich ist DIY für mich ein Hobby, eine Beschäftigung, die ich zu meiner Freude mache und nicht weil ich muss, deshalb finde ich die Bezeichnung trotzdem passend.

Und weil ich mir den Begriff eben ein bisschen für mich zurechtgebogen habe, hat er eben von mir noch ein zweites Tüpfelchen auf dem i bekommen (und den Rest vom i gleich dazu) und so wurde aus tandaradei tandaradeii.

P.S. Es gibt noch ein persönliche Beziehung zu dem Wort tandaradei, die aus meiner Schulzeit stammt. Wer mich kennt, wird sich vielleicht erinnern und schmunzeln, der Rest muss erstmal neugierig bleiben.

Advertisements