Veröffentlicht in Allgemein, Stricken

Ein Wochenende auf dem wundaplunda-Festival im Allgäu

 

Letztes Wochenende habe ich mich mal wieder an etwas Neues gewagt und einen Marktstand zum Thema Schafwolle und Wollverarbeitung gestaltet und betreut. Und das kam so…

Im Frühjahr bin ich auf das wundaplunda-Festival – ein nachhaltiges Familienfestival im Allgäu – aufmerksam geworden. Ich fand die Idee und Ausrichtung der Veranstalter*innen toll und da noch Workshop-Leiter*innen zu Nachhaltigkeits-Themen gesucht wurden meldete ich mich. Seit nun mehr als einem Jahr beschäftige ich mich sehr intensiv mit der Verarbeitung von Rohwolle und immer wieder stelle ich fest, dass Menschen daran sehr interessiert sind, aber kaum eine Vorstellung davon haben. Ich dachte mir, dass das Thema gut zum wundaplunda-Festival passen könnte und bot deshalb einen Workshop rund um das Thema Wolle an. Nach einigen Mails hin und her zwischen mir und den Veranstalter*innen stand dann der Plan: ein Marktstand mit verschiedenen Mitmach-Angeboten für Kinder und Erwachsene.

Und so sah der schließlich aus:

Am Stand gab es Wolle in allen Stadien der Verarbeitung zum Anfassen, Befühlen und Beschnuppern: ungewaschene Rohwolle von verschiedenen Rassen, um die unterschiedliche Struktur und die verschiedenen Wollarten zu zeigen (ich hatte Wolle vom Coburger Fuchs, rauhwolligen pommerschen Landschafen und Islandschaf dabei); gewaschene Wolle, unterschiedlich stark entfettet und gezupft; kardierte Vliese und Rolags, sowie Kammzüge; gesponnene und verzwirnte Garne und schließlich ein paar Strickproben. Dazu hatte ich verschiedene Werkzeuge dabei: Handkarden und mein Kardiergerät, Handspindeln und mein Spinnrad und auch eine kürzlich erstandene Haspel. So konnte ich alle Arbeitsschritte bei Interesse auch vorführen.

Und das Interesse war auf jeden Fall da! Viele Kinder und Erwachsene kamen mich an meinem Stand besuchen, fragten mich neugierig aus und schauten mir beim Arbeiten über die Schulter. Besonders freute ich mich über eine Schafhalterin, die nach dem Besuch am Stand erklärte, sie wolle in Zukunft auch versuchen die Wolle ihrer Schafe zu verarbeiten, anstatt sie wegzuschmeißen.

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Zusätzlich zum Marktstand hatte ich noch zwei verschiedene Mitmach-Angebote geplant, um den Besucher*innen zusätzlich auch zu ermöglichen, sich selbst in der Wollverarbeitung auszuprobieren. Viele jüngere Kinder und auch einige Eltern haben begeistert mit mir mit Wasser und Seife gematscht und bunte Kugeln gefilzt. Einige ältere Kinder hatten genug Geduld, um eine Handspindel zu bauen und erste eigene Spinnversuche zu starten. Insbesondere ein Geschwisterpaar hat die Spinnbegeisterung gepackt und nachdem ich die beiden noch mit einem kleinen Wollvorrat versorgt hatte, stand die Beschäftigung für das Wochenende fest.

Insgesamt war ich begeistert, wie gut die Mitmach-Angebote aber auch der gesamte Stand angekommen sind, und wie viel Interesse, Neugierde und Begeisterung mir entgegen gebracht wurde. So verging die Zeit wie im Fluge und ich merkte erst nach dem Abbau, dass ich doch auch ganz schön platt war.

Da sich für einen Tag die Anreise ins Allgäu natürlich nicht lohnt, und weil das sonstige Programm des wundaplunda-Festivals auch super klang, haben wir das ganze Wochenende auf dem Festival verbracht und einen kleinen Mini-Urlaub mit toller Musik und wunderbarer Atmosphäre mitten im schönen Allgäu verbracht.

Mehr Eindrücke vom Programm gibt’s auf der Homepage vom Festival.

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