Veröffentlicht in Allgemein, Rezepte

Einkochen – ich banne mir den Sommer in Gläser!

In diesem Sommer habe ich eine neue Form der Haltbarmachung für mich entdeckt: das Einkochen (auch Einwecken genannt).

Gründe dafür gab es verschiedene:

  1. Zu wenig Platz im Tiefkühlschrank: früher habe ich viele Dinge, die ich haltbar machen wollte einfach eingefroren. Brühe, Apfelmus, Suppe, etc. lassen so einen Tiefkühlschrank aber ziemlich schnell ziemlich voll werden, vor allem, wenn man solche Dinge nicht in Plastikbeuteln, sondern in Gläsern einfrieren möchte. Außerdem hat mich das Auftauen oft genervt.
  2. Ernteschwemme durch den heißen Sommer: während die Bauern ringsum über den heißen Sommer und die damit verbundenen Ernteausfälle klagen, haben wir Äpfel en masse, die verarbeitet werden wollen. Auch anderen Obst- und Gemüseproduzenten ging das so, sodass es viel Obst und Gemüse zeitweise sehr günstig gab.
  3. Nostalgie und Faszination: ich mag den nostalgischen Charme, den Weck-Gläser verbreiten und auch ein Vorratsschrank voller Vorräte in Gläsern ist für mich irgendwie eine nostalgische, heimelige Vorstellung. Außerdem finde ich den Vorgang des Einkochens und das Prinzip der Haltbarmachung irgendwie faszinierend. Obwohl mir theoretisch klar ist, wie das ganze funktioniert, ist es doch immer ein bisschen magisch, dass am Ende die Deckel einfach ohne Klammern auf den Gläsern halten und der Inhalt nicht schlecht wird.

Tomatensoße

Also habe ich mich ans Werk gemacht. Als erstes galt es, 7kg Tomaten zu Tomatensoße zu verarbeiten. Also habe ich mir eine liebe Freundin eingeladen, mit ihr die Tomaten geschnippelt, Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern nach Gefühl dazu, alles in einen großen Topf und einige Stunden kochen lassen. Würzen, durchpürieren, fertig.

Die entstandenen fünf lLter Tomatensoße haben wir in Gläsern à 500ml eingekocht, einige im großen Topf, einige im Wasserbad im Backofen.

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Marmelade

Auch Marmelade wurde fleißig gekocht. Wir haben im Garten einige Holundersträuche „gefunden“, die sich wohl vor einigen Jahren selbst ausgesät haben und dieses Jahre reichlich getragen haben. Aus den Holunderbeeren wurde in Kombination mit Zwetschgen und Äpfeln aus dem Garten leckere Marmelade, die über den Winter reichen sollte.

Wie gehts?

Aus den Holunderbeeren erstmal Saft herstellen. Dazu die Beeren von den Dolden abzupfen und in einem Topf sammeln. Mit soviel Wasser aufgießen, dass die Beeren knapp bedeckt sind und zum Kochen bringen. Ca. eine Viertelstunde kochen lassen. Dann den Saft durch ein Geschirrtuch filtern, um die Beerenreste nicht im Saft zu haben. Ein Kilo Beeren ergibt ungefähr einen Liter Saft.

Vorsicht, Holunderbeeren färben ganz fies! Also am besten ein altes Geschirrtuch nehmen, gut auf die Klamotten aufpassen und – wenn man ein Problem damit hat, zwei Tage mit tiefroten Händen durch die Gegend zu laufen – Handschuhe tragen.

Für die Marmelade mische ich den Holundersaft 1:1 mit kleingeschnittenen Zwetschgen oder geriebenen Äpfeln. Dazu die passende Menge 2:1 Gelierzucker (ich nehme immer einen aus dem Bioladen mit Pektin als Geliermittel, u.a. weil in konventionellen fast immer Palmöl drin ist.) und das ganze nach Anweisung des Gelierzuckers weiterverarbeiten. Gewürze kommen nach Lust und Laune dazu, sehr passend finde ich Zimt, Sternanis oder auch Vanille. Auch ein Schuss Amaretto, Rum oder Whiskey schadet nicht 😉

Die Marmelade wird in heiß ausgespülte Gläser gefüllt und die Deckel sofort verschlossen. (Auf den Kopf stellen ist nicht nötig und auch nicht empfehlenswert!)

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Apfelmus

Unsere vier Apfelbäume haben uns in diesem Jahr mit einer reichen Ernte gesegnet. Da die meisten der Äpfel sich nicht gut lagern lassen, war also Haltbarmachung angesagt. Neben getrockneten Apfelchips, Apfelessig aus Apfelschalen, Apfelchutney und Apfelkuchen bietet sich dafür natürlich insbesondere Apfelmus an. (Zu den anderen Varianten der Apfelverarbeitung schreibe ich demnächst nochmal mehr). An mein Apfelmus kommt erstmal außer etwas Zitronensaft nichts dran, Gewürze oder Zucker kann man je nach Verwendung dann ja immer noch hinzufügen, wenn man es braucht, es schmeckt aber auch ohne ganz hervorragend und passt zu fast allem!

Wie gehts?

Hmm, ein wirkliches Rezept gibts dafür wohl nicht…

Man schneide so viele Äpfel klein, wie in einen Topf passen (vierteln und faule Stellen rausschneiden reicht, Schale und Kerngehäuse bleibt dran). Dann fülle man so viel Wasser dazu in den Topf, dass der Topfboden bedeckt ist und lasse das ganze abgedeckt bei kleiner Flamme mindestens eine halbe Stunde kochen, bis die Äpfel weich sind. Dann wird das ganze durch eine Flotte Lotte passiert. Ich gebe meist ein bisschen Zitronensaft an die Äpfel, damit sie nicht braun werden. Unsere Äpfel sind recht süß, deshalb kommt an mein Apfelmus kein Zucker, aber das hängt sicher vom persönlichen Geschmack und von der Sorte ab.

Ich weiß nicht, wie viele Gläser Apfelmus ich eingekocht habe, aber es waren viele. Einige habe ich an meine Geschwister verschenkt, für die Apfelmus wahrscheinlich die gleichen Kindheitserinnerungen weckt wie für mich, einige sind schon geöffnet und verzehrt, aber viele Gläser warten im Keller noch auf ihren Einsatz.

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Saure Gurken

Ich liebe Saure Gurken! Schon als kleines Kind fand ich die großartig und auch heute noch stehe ich auf alles, was in Essig eingelegt ist oder war. Lange war mir ehrlich gesagt gar nicht so richtig klar, dass man Gurken ja auch selber einlegen könnte, das war für mich ein klassisches Produkt, was man halt kauft. Hat sicher auch mit der Tatsache zu tun, dass man im klassischen Lebensmittelhandel ja fast nie Einlegegurken, sondern immer nur Salatgurken zu Gesicht bekommt. Oder liegt das daran, dass fast niemand Gurken selbst einlegt? Klassisches Henne-Ei-Problem…

Jedenfalls sind Saure Gurken eins meiner Selbermach-Ersten-Male im Jahr 2018. Und so schwierig wars auch nicht. (Und sie sind sehr lecker geworden!)

Der schwierigste Teil war eigentlich, Einlegegurken zu ergattern. Ich hatte auf dem Markt Glück und konnte mir die letzten eineinhalb Kilo vom Gemüsehändler meines Vertrauens ergattern. Im Nachhinein ärgerlich, dass es nicht mehr waren, aber ich hätte mich vielleicht auch nicht getraut, gleich so viel einzulegen. Das Rezept ist – wie so häufig bei mir – eine Mischung aus mehreren Rezepten aus dem Internet, die ich so angepasst habe, dass es für mich passte (zum Beispiel wollte ich keinen Zucker verwenden).

Wie gehts?

Gurken säubern und dann in Eiswasser legen. Das soll helfen, damit die Gurken knackig bleiben. Ich habe nicht den Test gemacht, ob es wohl auch ohne geht, aber meine sind auf jeden Fall knackig.

Pro ca. 500g Gurken braucht man ein Einmachglas mit einem Liter Fassungsvermögen. In jedes Glas kommt eine kleine Zwiebel (in Ringe geschnitten), ein Esslöffel Senfsamen, eine Knoblauchzehe, ca. 1 halber Teelöffel Chiliflocken und  einige Zweige Dill.

Alle Zutaten zusammen mit den Gurken in die Gläser schichten.

Für den Sud einen Liter Wasser mit einem halben Liter Essig und 50g Salz mischen und aufkochen. Den kochenheißen Sud in die Gläser gießen (bis knapp unter den Rand) und die Gläser sofort verschließen.

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Quitten

Und als ich dann dachte, ich sei erstmal durch mit der Ernte 2018, meldeten sich Nachbarn, die unter einer Quittenschwemme litten und boten mir an, einige von ihren Quitten abzunehmen. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen!

Also entstand auch noch Quitten-Kürbis-Marmelade, Quittensirup (der eigentlich verunglücktes Quitten-Gelee ist), Quittensaft und Quitten-Senf.

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