Veröffentlicht in Allgemein, Anleitungen, Karnevalskostüm, Nähen

Karnevalskostüm(e) 2018

Nach den aufwendigen Kostümen im letzten Jahr wollte ich es dieses Mal etwas ruhiger angehen lassen. Das Thema stand irgendwie schon länger fest: es sollte ein Schachkostüm werden.

Ich selber kann zwar nur sehr rudimentär Schach spielen, aber der Liebste beschäftigt sich sehr viel mit Schach und mir gefällt einfach die Ästhetik der schwarz-weißen Karos und der Figuren.

Die erste Assoziation, die ich sofort hatte, als ich über ein Schach-Kostüm nachgedacht habe, war ein großer Hut in Form eines Schachbrettes mit Figuren darauf. Die Umsetzung dieser Assoziation war dann auch das Schwierigste am ganzen Kostüm. Ich hatte erst gedacht, ich könnte tatsächlich einfach so ein Schachbrett aus Pappe, wie es häufig in Spielesammlungen dabei ist, nehmen und an einem Haarreifen befestigen. Das funktionierte nicht besonders gut und es fehlte auch die Flexibilität. Beim Stöbern durch den Bastelladen fiel mir dann das perfekt Material in die Hände: Moosgummi!

Damit hatte ich schon ewig nicht mehr gearbeitet. Ich habe also einen dicken Bogen schwarzes Moosgummi und einen dünnen Bogen weißes Moosgummi gekauft. Aus dem schwarzen Moosgummi habe ich ein großes Quadrat ausgeschnitten und aus dem weißen viele kleine weiße Quadrate, die ich mit Kleber so auf die schwarze Fläche aufgeklebt habe, dass sie ein Schachfeld ergeben. Das fertige Schachfeld habe ich mit schwarzweißem Schrängband eingefasst, durch das ich einen stabilen Blumendraht gezogen habe, sodass man die Seiten des Schachbretts biegen konnte. Das ganze habe ich dann auf einen Haarreifen geklebt (mit Heißklebepistole) und zurecht gebogen. Zum Schluss habe ich noch kleine Plastikschachfiguren aufgeklebt.

Dazu habe ich mir einen Tellerrock aus Karostoff mit Tüllunterrock genäht, eine alte schwarze Bluse mit schwarz-weißem Schrängband eingefasst und aus Reststoff ein kleines Täschchen genäht. Die Stulpen sind so gekauft. Aus den Schachfiguren, die nicht auf den Hut passten, habe ich Schmuck gemacht, indem ich auf jede Figur eine Perle mit Heißkleber geklebt habe und die Figuren so dann als Kette oder als Ohrringe aufgefädelt habe.

Ingesamt war ich sehr zufrieden mit meinem neuen Kostüm, ich bin besonders auf den Hut öfters angesprochen und habe einige Komplimente für das Kostüm bekommen.

Da ich aber ungern mit nur einem Kostüm an den fünf Tagen unterwegs bin, habe ich noch ein anderes Kostüm von 2016 ein bisschen aufgehübscht und nochmal getragen. Leider gibts irgendwie kein Tragefoto davon.

Das Kostüm von dem ich spreche ist mein geliebtes Suffragetten-Kostüm. Die Zeit zu Beginn des 20. jahrhunderts, in der diese mutigen Frauen für ihr Wahlrecht in großbritannien gekämpft haben, fasziniert mich mit all ihren Fascetten, was Mode, gesellschaftlicher Wandel und Stil angeht.

Das Kostüm von 2016 hat mir auch damals schon gut gefallen, allerdings hatte ich mir ziemlich viel vorgenommen, bin nur ganz knapp fertig geworden und so waren einige Details nicht so schön, wie sie hätten sein können.

Außerdem hatte das Kostüm zwischenzeitlich einen Gastauftritt im Musical, wofür es noch eine Weste bekam, der Hut schon ein bisschen aufgehübscht wurde und ich ein paar Accesoires abstauben konnte. Es fehlte also eigentlich nur noch eine neue Schärpe zum Glück, und die habe ich dann pünktlich zu Karneval noch genäht, sodass die gute alte Suffragette pünktlich zum 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts in Großbritannien wieder ausgehschick war.

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